Diese Familie, die in Hamburg ursprünglich im Weinhandel und später auch in anderen Bereichen des Lebens (Überseehandel, Politik und Kultur)
tätig war und ist, geht auf Johann Lorentz Meyer (1696-1770) zurück. Er wanderte gegen 1724 von Franken nach Hamburg und gründete dort im Jahre 1728 eine Weinhandelsfirma, die unter den Namen G.C. Lorenz Meyer bis in die 70 Jahre unseres Jahrhunderts bestand.
Johann Lorenz überließ sie seinen Söhnen Hinrich Lorenz und Johann Valentin. Nachdem Hinrich Lorenz verstorben war übernahm Johann Valentin die Firma alleine und übertrug sie später auf seinen Sohn Georg Christian Lorenz. Über die männliche Linie des Hinrichschen Stammes sind keine weiteren Informationen vorhanden, denn sie ist größtenteils ausgestorben. Der Bruder Daniel Christoph Meyer ließ sich 1775 in Bordeaux nieder, wurde dort Hamburgischer Generalkonsul, kaufte das noch heute erhaltene Stadtpalais an der Alleé de Tourny in welchem der Dichter Friedrich Hölderlin
im Jahre 1802 Hauslehrer war. Der jüngste Bruder Friedrich Johann Lorenz Meyer, war der letzte Domherr von Hamburg. Er war von 1790 bis 1825 proponierender Sekretär, also Vorsitzender der im Jahre 1765 gegründeten Patriotischen Gesellschaft, unternahm zahlreiche Reisen, über die er Berichte in Form von Büchern schrieb. Der Philosoph Kant schätzte besonders seine
Schriften über die franz. Republik und ließ sich eigens für ihn poträtieren (Vgl. Riedel, Karl Veit: Friedrich Johann Lorenz-Meyer 1760-1844, Hamburg 1963). Sein Sohn Georg Friedrich Meyer wurde als Nachfolger seines Onkels Hamburgischer Generalkonsul in Bordeaux. Er war Inhaber zahlreicher Orden und Ehrenämter, u.a. Generalkonsul des Königreichs beider Sizilien, des Ordens vom Heiligen Ludwig und des Herzogtums Parma
und des persönlichen spanischen Adels wurde am 8.8.1842 seines Amtes als Hamburgischer Generalkonsul enthoben, aufgrund seines Verhaltens beim Tode des franz. Kronprinzen. Denn er war Anhänger der Bourbonen und hatte deshalb die Trauerbeflaggung unterlassen
(Vgl. von Marchtaler, Hildegard: Die Absetzung des Hamburgischen Generalkonsuls zu Bordeaux Georg Friedrich Meyer 1842 in Hamburgische Geschichts- und Heimatblätter, Band 9, Heft 5). Johann Valentin wurde dann der erste Senator der Familie. Er war sehr kunstbegeistert und hatte eine große Sammlung über die sich, neben Geschäftsbriefen der Weinhandelsfirma und umfangreicher privater Korrespondenz viele Hinweise im (s.u.) Staatsarchiv der Freien und Hansestadt Hamburg (Archiv der Familie Lorenz-Meyer) finden.
Von seinen 5 Söhnen sind nur 2 für die Linie interessant, weil zwei an einer Seuche gestorben sind und einer unverheiratet war. Der eine von beiden, Anton Friedrich findet auch keine weitere Erwähnung, weil seine Nachkommen die Namensumwandlung nicht mitgemacht haben (s.u.) und also nicht den Namen Lorenz-Meyer tragen.
Der andere von beiden, nämlich Georg Christian Lorenz Meyer, der auch Senator und Weinhändler in Hamburg war und dessen Tagebücher übrigens kulturgeschichtlich wertvoll sind (er war Schulfreund von Arthur Schopenhauer) hatte 3 Söhne (Valentin Lorenz, Friedrich Max und Arnold Otto).
Bis hierhin hieß die Familie mit Nachnamen nur Meyer, es hatte sich jedoch seit Johann Lorentz Meyer langsam zur Tradition entwickelt (die es noch heute gibt), den normalen Zweitnamen von Johann Lorentz, jedem ältesten Sohn wieder als normalen Zweitnamen zu geben. Der Sohn von Friedrich Max Meyer, Georg Carl Lorenz Meyer (1850-1927) erwirkte am 11.5.1903 beim Senat von Hamburg für sich und seine männlichen Vettern die Erlaubnis fortan den Namen Lorenz als Nachnamensbestandteil annehmen zu dürfen. Damit änderten also auch gleichzeitig die Söhne von Valentin Lorenz und Arnold Otto ihren Nachnamen in Lorenz-Meyer.
Das war insofern praktisch, weil es Namensträger der Familie nur als Nachkommen der drei Söhne von Georg Christian Lorenz Meyer gab. Heute gibt es männliche Nachkommen nur noch von Friedrich Lorenz Lorenz Meyer (1859-1928). Von den anderen Vettern gibt es keine männlichen Nachkommen mehr, was bedeutet, daß die Zahl der Träger des Namens Lorenz-Meyer überschaubar ist und man sich der Vollständigkeit sicher sein kann.
Friedrich L. Lorenz-Meyer, verheiratet mit Marie Behn hatte 4 Söhne, Paul, Arnold, Hans und Helmut, womit wir schon fast in der Neuzeit sind.
Im Staatsarchiv der Freien und Hansestadt Hamburg besteht, wie bereits erwähnt ein Archiv für die Familie Lorenz-Meyer und im Museum für Hamburgische Geschichte eine Dauerausstellung von Dokumenten und Bildern der Familie. Der Familie Lorenz-Meyer in jüngster Zeit verwandte Familien sind z.B. u.a. Ferrari, Bschorrer und Bailey oder in einer Generation vorher die Familien Niemeyer, Rose und Mommsen sowie weiter entfernt Behn, Russ und Neugebauer und als letztes die bekannte Hamburger Familie Sieveking, mit der die Familie Lorenz-Meyer über mindestens vier Eheschließungen in den letzten drei Jahrhunderten eng verwandt ist(siehe Verweise).
Desweiteren besteht ein Familienverband der Familie Lorenz-Meyer mit Sitz in Hamburg.
(Und falls Sie die Übersicht inzwischen verloren haben sollten, betrachten Sie bitte den Stammbaum)
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